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. September 2007, 19:58 Uhr Von Lars Gartenschläger
Nationalmannschaft
Klose stößt das Tor zur EM-Endrunde weit auf
Für den Kapitän der deutschen Nationalelf war das 70. Länderspiel eine Erlösung. Nach fast einem Jahr traf Miroslav Klose wieder im DFB-Trikot und sicherte mit einem Doppelpack den glanzlosen Erfolg gegen Wales. "Mit dem Sieg haben wir einen großen Schritt gemacht", sagte Bundestrainer Joachim Löw.
Foto: AP
Die Deutschen waren gleich zu Beginn bei der Sache. Hier schirmte Thomas Hitzlsperger den Ball gegen Jason Koumas ab.
Es war, als wollten sie etwas wieder gut machen. Als wollten sie zeigen, dass man aus Fehlern klug wird und sie möglichst nicht zweimal macht. Jedenfalls hörten die deutschen Fußball-Nationalspieler im Gegensatz zum anfangs zaghaften Spiel gegen England (2:1) auf ihren Bundestrainer Joachim Löw und attackierten gestern im EM-Qualifikationsspiel früh jegliche Bemühungen der walisischen Gegner. So früh, dass es nach fünf Spielminuten bereits 1:0 für Deutschland stand und am Ende 2:0 (1:0).
Deutschland führt damit souverän die Qualifikationsgruppe D an und hat mit 22 Punkten weiterhin fünf Zähler Vorsprung auf Tschechien, das sich gestern zu einem 3:0 in San Marino quälte. Mit Siegen gegen Irland (13. Oktober in Dublin) und daheim gegen Tschechien (17. Oktober in München) sollten an der Teilnahme an der EM-Endrunde 2008 keine Zweifel mehr bestehen.


Verdient, aber nicht spektakulär
Es war kein spektakulärer Sieg, den die Deutschen vor gerade mal rund 35.000 Zuschauern im riesigen Milennium-Stadion von Cardiff gegen den Außenseiter feierten, aber immerhin ein verdienter und nicht gefährdeter. Miroslav Klose war es zu verdanken, dass die Gäste frühzeitig und auch abschließend jubeln konnten. Nachdem der starke Stuttgarter Thomas Hitzlsperger seinem Gegenspieler im Mittelfeld den Ball aggressiv weggespitzelt hatte, übernahm der Schalker Kevin Kuranyi ihn und passte klug steil auf den Stürmer vom FC Bayern, der flach per Außenrist das 1:0 (6. Minute) erzielte.
Wer allerdings glaubte, der Favorit aus Deutschland werde nun weiter Tempo machen um möglichst viele Tore vor der Pause vorzulegen, sah sich getäuscht. Bastian Schweinsteiger war bei seinem zweiten Einsatz hinter den Spitzen in der Nationalelf zwar bemüht, seine Ideen blieben jedoch wirkungslos – genau wie das deutsche Angriffsspiel in der gesamt ersten Spielhälfte.
Pander unkonzentriert
Die besten Möglichkeiten vergab noch Schweinsteiger mit einem Distanzschuss (13.) und einem Freistoß (21.). Gut nur, dass die fast ausschließlich verteidigenden, biederen Waliser in ihrem offensiven Fähigkeiten äußerst limitiert waren und die Unkonzentriertheiten von Christian Pander – er wurde nach 45 Minuten gegen Piotr Trochowski ausgewechselt – auf ihrer rechten Angriffsseite nicht in einen Torerfolg ummünzten.
Freddy Eastwood („Ich werde aus jeder Lage schießen“) vergab die beste – und beinahe einzige echte – Chance für die Gastgeber in der 45. Minute, als er knapp neben das Tor köpfte. Lag die mangelnde Souveränität der Deutschen womöglich doch an den vielen Ausfällen, die Bundestrainer Löw zu kompensieren hatte?
Die personellen Voraussetzungen waren ja nicht eben günstig gewesen für seine Mannschaft. Nach Michael Ballack (Knöchelverletzung), Torsten Frings (Knieverletzung) und Bernd Schneider (gesperrt) hatte sich am Donnerstagabend nach dem Training auch Philipp Lahm mit einer Innenbanddehnung abgemeldet. Zudem hütete Stürmer Mario Gomez wegen eines grippalen Infekts das Bett. Christoph Metzelder hatte vor der achten von zwölf Gruppenpartien kämpferisch behauptet: „Wir haben gezeigt, dass wir bestehen können, auch wenn wir auf einige Spieler verzichten müssen.“
Klose übernimmt Kapitänsbinde
Als ob er die These des Innenverteidigers von Real Madrid unterstreichen wollte, startete Bayern-Stürmer Klose in der zweiten Halbzeit zur Vorentscheidung durch. In seinem 70. Länderspiel hatte er für Ballack die Kapitänsbinde übernommen, wie sehr ihn das offenbar beflügelte, zeigte er in der 60. Minute. Roberto Hilbert hatte dem Waliser Gareth Bale gemäß der Löw-Aufforderung den Ball früh abgeluchst, seine exakte Flanke verwertete Klose per Kopf frei stehend zum 2:0. Zuletzt hatte er am 6. September 2006 gegen San Marino (13:0) getroffen.

„Es war ein schönes Erlebnis“, sagte Klose in Anspielung auf seinen 70. Länderspieleinsatz. „Wichtiger war aber, hier die drei Punkte einzufahren. Ich glaube, momentan sind wir souveräner Tabellenführer. Die jungen Talente integrieren sich sehr gut. Wir wollen uns immer weiterentwickeln und sind auf einem guten Weg.“ Mit seinem Länderspieltreffern Nummer 34 und 35 rückte Klose in der ewigen Rangliste des Deutschen Fußball-Bundes auf den achten Platz vor. Er überholte damit Fritz Walter und Ulf Kirsten.
Unangenehm aufgefallen waren vor dem Anpfiff rund vier Dutzend deutscher Krawallmacher. Sie zettelten auf der Tribüne im walisischen Block eine kurze Schlägerei an, nachdem sie zuvor provoziert hatten. Polizei und Ordnungskräfte reagierten zügig und hatten die Lage nach kurzer Zeit unter Kontrolle.
quelle:welt.de






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