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SCHALKE - DORTMUND 4:1. BVB-Keeper Roman Weidenfeller soll Schalkes Stürmer beleidigt haben. Doch der bleibt gelassen. GELSENKIRCHEN. Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies fuhr am Abend nach dem Derby ins Sauerland. Ein Freund feierte mitten im Herzland von Borussia Dortmund Geburtstag, und Tönnies packte für die Fete extra eine Schalker Fahne ein. Die Feier wird er genossen haben, denn wie die Königsblauen im Derby den Erzrivalen Borussia Dortmund mit 4:1 zerlegten, war beeindruckend. Mehr noch: Es war Balsam auf die Schalker Seelen, und noch nicht einmal die Vorwürfe gegen Dortmunds Keeper Roman Weidenfeller, Gerald Asamoah mit rassistischen Äußerungen beschimpft zu haben, trübten die Laune der Schalker. Selbst die von Asamoah nicht. Der war nach dem Abpfiff im Grunde so gut gelaunt, wie man ihn auf Schalke kennt. Dass Asamoah vorher beleidigt worden sein soll, bekam lange Zeit überhaupt niemand mit. Es handelte sich um die Szene in der 51. Minute: Asamoah und Weidenfeller waren bereits mehrfach aneinander geraten, diesmal bauten sich die beiden Streithähne martialisch voreinander auf und Weidenfeller blaffte Asamoah an - angeblich als "schwarzes Schwein". Weidenfeller bestritt gestern alle Vorwürfe: "Ich habe das nicht gesagt." Asamoah hielt dagegen gestern an seiner Version fest, wollte aber auch kein großes Fass aufmachen, zumal sich Weidenfeller schon während des Spiels bei ihm entschuldigt habe: "Ich hoffe, dass da nichts Schlimmes nachkommt." Das wiederum liegt beim DFB, der bereits eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet hat.Schalke verschenkt höheren Sieg Für Dortmund waren die Vorwürfe so etwas wie der i-Punkt auf einem völlig verkorksten Auftritt, die Schalker Freude über den hohen Derby-Sieg beeinträchtigten sie nicht. Wobei sich der Vizemeister wohltuend zurückhielt und auf jede Spitze Richtung BVB verzichtete. "Ein wenig Balsam" sei der Sieg, erklärte Manager Andreas Müller und spielte damit natürlich auf den 12. Mai an: Damals vergeigte Schalke durch das 0:2 in Dortmund die Meisterschaft. Daran kann auch das 4:1 nichts ändern, trotzdem zeigte Schalke deutlich, wer derzeit die Nummer eins im Revier ist.
Wie einfach das gegen desolate Borussen gelang, war die eigentliche Überraschung des Nachmittags. Bei jedem Freistoß von Christian Pander herrschte im Dortmunder Strafraum ungefähr so viel Ordnung wie auf einem Kindergeburtstag. Schalke gewann nahezu jedes Kopfballduell, spielte mit Herz und Leidenschaft und machte nur den Fehler, den BVB nicht noch deutlich höher geschlagen zu haben. Als Marcelo Bordon einen Freistoß von Christian Pander zum 1:0 einköpfte und Pander selbst später zum 2:0 verwandelte, war noch eine Stunde zu spielen. Aber die Frage, wer als Sieger den Platz verlassen würde, war bereits geklärt. Asamoah und Kevin Kuranyi legten später nach. Das Gegentor durch Nelson Valdez? Nicht mehr als ein Schönheitsfehler. Weil Schalkes Trainer Mirko Slomka seine Elf zum ersten Mal seit langer Zeit mit zwei statt drei Spitzen spielen ließ, durfte nach dem Spiel viel diskutiert werden, doch Manager Andreas Müller wischte taktische Winkelzüge schnell vom Tisch: "Das war keine Frage des Systems, sondern der Leistung." Die war zwar überzeugend. Aber ob sie reicht, um ganz vorne mitzuspielen, muss man abwarten. So bitter es für den BVB auch klingt: Um Schalkes Potenzial wirklich einschätzen zu können, braucht es bessere Gegner als Dortmund in seiner jetzigen Verfassung. Clemens Tönnies wird davon abends gerne erzählt haben. (NRZ) | ||
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