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Mordkomplott gegen Hamas-Führer in Dubai Kritik am Mossad im eigenen Land
Per internationalem Haftbefehl suchen die Vereinigten Arabischen Emirate nach elf Europäern, die im Verdacht stehen, den Hamas-Führer Mahmut al Mabhuh in einem Hotelzimmer in Dubai getötet zu haben. Es gibt Vermutungen, dass der israelische Geheimdienst Mossad hinter dem Mordkomplott steckt. Er soll für die Aktion Pässe von israelischen Bürgern verwendet haben, was nun für Aufregung sorgt. Die britische Regierung bestellte wegen des Falls den israelischen Botschafter ein.
Von Torsten Teichmann, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
Die Forderung nach einem Rücktritt von Mossad-Chef Meir Dagan in der Tageszeitung "Haaretz" blieb vorerst ein einzelner Aufschrei. Denn die Überlegung, dass der israelische Geheimdienst hinter dem Mord am mutmaßlichen Waffenhändler und Hamas-Funktionär Mahmut al Mabhuh steckt, basieren allein auf Aussagen britischer, irischer und deutscher Sicherheitsdienste.
[Bildunterschrift: Außenminister Lieberman bestätigt weder, noch dementiert er, dass der Mossad hinter dem Mord steckt. ]
In Israel schweigen die Verantwortlichen oder bleiben vage, so wie Außenminister Avigdor Lieberman im Radiointerview: "Seit jeher ist die israelische Politik der Undurchsichtigkeit - so würde ich das charakterisieren - die richtige Herangehensweise. Es gibt keinen Grund, die Aktion in Dubai Israel zuzuordnen. Der Staat Israel reagiert nie und bestätigt nichts. Es gibt keinerlei Gewissheit, keinen Grund zu denken, dass ausgerechnet der israelische Mossad und nicht irgendein anderer Geheimdienst dort tätig war."
Identitäten israelischer Bürger missbraucht
Die Fotos der Gruppe der mutmaßlichen Attentäter wurde auch in Israel veröffentlicht; freilich mit Verweis auf ausländische Quellen. Auf diese Weise können Journalisten die Militärzensur im Land umgehen.
Es gilt als sicher, dass die abgebildeten Agenten europäische Pässe mit falschen Passnummern und falsche Identitäten verwendeten. Das Problem: In fünf Fällen stimmen Namen und Nationalität mit real existierenden Personen in Israel überein.
Stephen Hodes zum Beispiel stammt ursprünglich aus Großbritannien, lebt in Israel, hat aber nie für den Geheimdienst gearbeitet: "Ich war einfach total schockiert. Und seither bin ich ziemlich kopflos. Ich weiß nicht, wie sie auf mich gekommen sind. Ich weiß nicht, wie sie an meine Daten gekommen sind, wer sie genommen hat. Ich war seit etwa zwei Jahren nicht mehr im Ausland, und in Dubai war ich noch nie. Ich habe einfach Angst. Das sind sehr große Mächte. Ich nehme einen Rechtsanwalt und werde mich an den britischen Konsul wenden." Wie in allen Fällen, stimmt Hodes Name mit dem Fahndungsaufruf überein aber nicht das abgebildete Foto.
Überraschung über die umfangreichen Ermittlungsquellen
Die zweite Dimension der Debatte in Israel betrifft die Aufklärung der Geheimdienstaktion in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Fast alle Kommentatoren sind überrascht, dass die Ermittler in Dubai die verschiedenen Informationen aus Überwachungskameras, Telefonprotokollen und Passkopien zu einem Fahnungsbild zusammengebracht haben.
[Bildunterschrift: Hamas-Mitglieder mit dem Sarg des ermordeten al-Mabhuh ]
Wie kaum ein anderes Land haben die Vereinigten Arabischen Emirate die westlichen Vorgaben zum sogenannten "Kampf gegen den Terror" umgesetzt. Das bekommen nun auch die Auftraggeber der Agenten zu spüren, die womöglich ihren Anschlag auf den Hamas-Funktionär al Mabhuh selbst als Teil des Anti-Terror-Kampfes betrachten.
Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Rami Igra sagte: "Die elf Leute, deren Bilder auf der ganzen Welt veröffentlicht wurden, waren ein Teil der Guten, die die Bösen verfolgen - also unsere Seite ist die der Guten - und die wurde dadurch sehr geschwächt. Meiner Ansicht nach ist dieser Preis zu hoch."
In der Debatte um den Preis der Aktion geht es aber allein um den Schutz der eigenen Bevölkerung und Agenten. Die mutmaßlichen diplomatischen Verwicklungen mit Dubai, die Frage der Rechtmäßigkeit einer Tötung und der möglichen Folgen im Nahen Osten spielen bislang nahezu keine Rolle.
Quelle:http://www.tagesschau.de/ausland/mordermittlungen100.html
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Avigdor Lieberman:
Avigdor Lieberman wurde 1958 in Chişinău, Moldawien (damals Teil der Sowjetunion), geboren und arbeitete dort unter anderem als Türsteher





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